Der Münchner Großmarkt

Der Münchner Großmarkt – kulinarische Lebensader einer Metropole

In der Großstadt München ist die Versorgung der Einwohner und Touristen eine logistische Herausforderung. Der Weg der Lebensmittel läuft zum größten Teil per Flugzeug, Bahn und LKW. Ein zentraler Platz in München dient dabei dem Handel mit allen erdenklichen Speisen und Getränken aus Deutschland und internationalen Herkunftsregionen. Das ist der Münchner Großmarkt – kulinarische Lebensader einer Metropole. Wenn ganz München noch schläft, sind viele fleißige Händler schon längst auf den Beinen und sorgen dafür, dass alle Gastronomen der Stadt bekommen was sie brauchen.

Der Münchner Großmarkt

Täglich frisches Obst, Gemüse und sogar Blumen

Ja, sogar Blumen gibt es auf dem Münchner Großmarkt. In den Gärtnerhallen werden zum Teil täglich und teilweise saisonal Schnittblumen, Rosen und Topfpflanzen gehandelt, die sogenannte Containerware. Blumen dürfen nicht in demselben Flugzeug geflogen werden, wie das Obst. Nur noch 24 Händler sind für Blumen zuständig. Die Tendenz ist rückläufig. Kunden sind Blumenhändler im Münchner Umland und aus Südbayern.

Lebensmittelgroßmarkt – groß, größer, Großmarkt

Hier bieten 270 Firmen mit 140 Warengruppen aus 83 Ländern der Welt alles an, was in München nachgefragt wird. In der Regel ist das alles, was weltweit wächst. Es gibt keine Vorgaben hinsichtlich ökologisch/ökonomischen Gründen (Flugobst). Der sogenannte „Saisonwarenboom“ ist rückläufig. Standardware beherrscht die Hallen auf dem Münchner Großmarkt ganzjährig. Seit einigen Jahren gibt es vermehrt Convenience Produkte. Auf Grund des Mindestlohns kann man für EUR 8,50 niemanden mehr Kartoffeln schälen lassen. Deshalb sind auch Halbfertig- und Fertigprodukte jeder Verarbeitungsstufe vorrätig.

Nachtschwärmer – Die Arbeiter in den frühen Morgenstunden

Die Großmarkthallen haben circa 2000 Mitarbeiter. Dies schafft Arbeitsplätze, solange es den innerstädtischen Standort hinter der Ruppertstrasse südlich der Münchner Innenstadt gibt. Ab zwei Uhr nachts ist Arbeitsbeginn. Es sind schwere aber einfache Tätigkeiten. Diese Arbeitsplätze muss es auch geben. Trotzdem wollen sich viele Leute die Arbeitszeiten nicht mehr antun.

Früher wurde das Obst geschüttet

Solange die Eisenbahn den Großteil der Transporte durchgeführt hat, kamen Orangen in Schüttungen, die Lagen aus Stroh zum Schutz hatten. Alles musste per Hand abgeladen werden. Es gab lange Schlangen von Arbeitssuchenden vor den Toren des Großmarkts. Vieles wurde in der Zwischenzeit automatisiert. Heute kommen nur wenige Waren per Eisenbahn und daran wird sich auch nichts ändern. Die Bahn ist zu unflexibel in der schnelllebigen Branche. Jedes Produkt hat eine hohe Verderblichkeit. Einst diente der Großmarkt auch der Zollkontrolle und der Kontrolle auf Schädlinge. Heute nimmt man höchstens Proben und untersucht sie auf Pflanzenschutzmittelrückstände. Kühlung wurde in diesen „Gemüsezügen“ von oben über aufgelegte Eisblöcke gewährleistet.

Fazit und Ausblick

Der heutige Standort des Münchner Großmarkts konkurriert mit möglicher Wohnungsbebauung. Die Lage in Stadtnähe ist attraktiv. Einige Hallen sind mittlerweile 100 Jahre alt und die Infrastruktur ist veraltet. Transportkarre, Hubwagen, Karrenwagen und die baulichen Vorschriften hinsichtlich leichter Reinigungsfähigkeit der Decke und der Böden lassen sich hier fast nicht einhalten. Deshalb plant man eine neue große und 500 m ange Großmarkthalle. Sie soll die direkte Anlieferung per LKW auf der gesamten Länge ermöglichen. Trotzdem bleiben in Zukunft Fragen offen. Wie entwickelt sich der Internethandel? Einzelhandelsketten betreiben schon „home deliverie“. Händler im Großmarkt reagieren darauf und liefern jetzt auch aus. Es gibt einen Trend zu regionalen Waren. Aber was ist regional? Wie groß ist die Region? Und steigt Amazon nachhaltig in den Lebensmittelhandel ein? Hier sind die weiteren Entwicklungen offen.

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