Geschlecht und Gendern

Geschlecht & Gendern: Was ist eigentlich Gendern? – Beispiele, Regeln

In der deutschen Sprache wird zwischen drei verschiedenen grammatischen Geschlechtern (Genera genannt, Singular: Genus) unterschieden. Die Geschlechter werden mit einem Artikel kenntlich gemacht. Zusätzlich wird seit einigen Jahren vermehrt vom Gendern bzw. von einer geschlechtergerechten Sprache gesprochen. Das Thema Geschlechter kann sehr verwirrend sein, doch es gibt einige hilfreiche Hinweise.

Grundsätzliches zu den Genera

Die deutsche Sprache unterscheidet drei Genera: Maskulinum (männlich), Femininum (weiblich) und Neutrum (sächlich). Die entsprechenden Artikel lauten: der (Maskulinum), die (Femininum) und das (Neutrum).

Beispiel: der Hund, die Katze, das Tagebuch

Obwohl es ein neutrales Geschlecht gibt, bedeutet das nicht, dass alle Nomen ohne biologisches Geschlecht auch dem Neutrum zugeteilt werden. So haben etwa Dinge wie der Stuhl, der Tisch und die Kaffeetasse trotzdem ein anderes grammatisches Geschlecht. Da es keine klaren Regeln gibt, werden die Genera und die Artikel am besten wie Vokabeln mit gelernt.

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Merktipps

Trotz des Fehlens klarer Regelungen gibt es ein paar hilfreiche Tipps, um sich die Geschlechter zu merken – doch auch hier gibt es Ausnahmen! Sie sind also keine Garantie.

Nomen, die überwiegend dem Maskulinum zugeteilt werden, sind beispielsweise männliche Personen und Tiere, Himmelsrichtungen, Jahreszeiten, Tage und Monate sowie Nomen auf die Endungen “-ich”, “-ig” und “-ling”.

Beispiele: der Junge, der Kater, der Norden, der Frühling, der Montag, der Mai, der Teppich, der Honig.
Beispiele für Ausnahmen: das Training, das Piercing

Nomen, die überwiegend dem Femininum zugeordnet werden, sind beispielsweise weibliche Personen und Tiere, Nomen mit den Endungen “-schaft”, “-tät”, “-ung”, “-ik”, “-ion”, “-heit”, “-keit”, “.ei”, “-kunft”, Bäume, Blumen und Früchte.

Beispiele: die Frau, die Hündin, die Mannschaft, die Identität, die Nahrung, die Politik, die Reflektion, die Besonnenheit, die Heiterkeit, die Detektei, die Auskunft, die Eiche, die Tulpe, die Apfelsine.
Beispiele für Ausnahmen: das Mädchen, der Spion, der Pfirsich

Viele Wörter, die dem Neutrum zugeteilt werden, sind solche mit den Endungen “-chen”, “-lein”, “-ment”, “-um”, Nomen für Kinder und junge Tiere, sowie Nomen, die aus Verben gemacht wurden.

Beispiele: das Mädchen, das Fräulein, das Kind, das Kalb, das Testament, das Museum, das Spielen
Beispiele für Ausnahmen: der Welpe, der Zement

Genera bei zusammengesetzten Nomen und bei Abkürzungen

Bei zusammengesetzten Nomen ist stets der letzte Wortteil ausschlaggebend, egal, wie lang das zusammengesetzte Nomen ist.

Beispiel 1: der Arbeitsplatz (die Arbeit, der Platz)
Beispiel 2: das Kunstmuseum (die Kunst, das Museum)
Beispiel 3: der Feuerwehrmannanzug (das Feuer, die Wehr/ Feuerwehr, der Mann/ Feuerwehrmann, der Anzug)

Werden Nomen abgekürzt, berührt dies das Geschlecht nicht. Der Artikel bleibt wie bei der Langform erhalten.

Beispiel 1: die Universität, die Uni
Beispiel 2: der Lastkraftwagen, der LKW

Gendern

Gendern bezeichnet geschlechtergerechte Sprache. Dabei liegt jedoch das biologische oder das soziale Geschlecht der angesprochenen Personen im Fokus und nicht das grammatische Geschlecht des Nomen. Da im Deutschen regelmäßig die männliche Form verwendet wird, wenn allgemein oder von einer Gruppe gesprochen wird, gibt es heutzutage mehrere Ansätze, alle Geschlechter anzusprechen.

Beispiel 1: Die Ärzte (rein männliche oder gemischte Gruppe)
Gegendert: Die Ärztinnen und Ärzte (um sowohl weibliche als auch männliche Personen anzusprechen)

Eine besonders weit verbreitete Form ist das sogenannte Gender-Sternchen *. Dieses Sternchen wird in die Mitte beider Varianten gesetzt, um so auch Personen, die sich weder als männlich noch als weiblich identifizieren, zu berücksichtigen.

Beispiel: Die Ärzt*innen

Gendern ist nicht unumstritten, verbreitet sich aber immer mehr. Dennoch ist es offiziell noch kein anerkannter Grammatikgriff.

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