Die Endung -ig

Die Endung -ig – Definition, Erklärung, Bedeutung

Die Endung “-ig” kennzeichnet ein Adjektiv. Grundsätzlich greifen bei diesen Adjektiven die gleichen Grammatikregeln, wie bei allen anderen – es gibt allerdings ein paar Hinweise zu beachten!

Grundsätzliche Regeln

Wie alle anderen Adjektive auch, werden Adjektive mit der Endung “-ig” klein geschrieben und können gesteigert werden. Sie beschreiben ein Nomen näher und sind häufig aus einem Nomen gebildet.

Beispiele: nervig (Nomen: Nerv; Bedeutung: etwas geht auf die Nerven), steinig (Nomen: Stein; Bedeutung: Es sind viele Steine vorhanden), farbig (Nomen: Farbe; Bedeutung: etwas hat eine oder mehrere Farben)

Unterschiede zwischen “-ig” und “-lich”

Da die Aussprache vieler Adjektive mit der Endung “-ig” sehr ähnlich zu der Aussprache der Adjektive mit der Endung “-lich” ist, kann es anfangs schwierig sein, die Schreibweise herauszuhören. Regionale Unterscheide in der Aussprache können dies unter Umständen vereinfachen oder sogar noch erschweren. Teilweise kann sich auch die Endung “-isch” sehr ähnlich anhören. Es gibt jedoch zwei gute Tricks, die Schreibweise zu erkennen:
Erstens: Das Adjektiv kann gesteigert werden. An der Steigerungsform lässt sich in der Regel wesentlich leichter heraus hören, ob ein Adjektiv mit “-ig” oder mit “-lich” geschrieben wird.

Beispiel 1: steinig, steiniger, am steinigsten
Beispiel 2: nervig, nerviger, am nervigsten
Beispiel 3: herzlich, herzlicher, am herzlichsten

Zweitens: Das Adjektiv kann vor ein Nomen gesetzt werden. Auch durch die Anpassung an das Nomen lässt sich die Endung besser heraushören.

Beispiel 1: Ein steiniger Weg.
Beispiel 2: Eine nervige Situation.
Beispiel 3: Ein herzlicher Mensch.

Übrigens wird entgegen einer häufigen Annahme im Hochdeutschen “-ig” am Ende eines Wortes korrekter Weise wie “-ich” ausgesprochen!

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Worttrennung beachten

Adjektive können natürlich auch getrennt werden. Bei der Worttrennung schleicht sich jedoch häufiger ein Fehler ein: Die Endung “-ig” bildet keine eigene Silbe. Vielmehr wird sie zusammen mit dem vorangestellten Konsonanten zur Silbe.

Beispiel 1: fabrig, far-big
Beispiel 2: steinig, stei-nig
Beispiel 3: selig, se-lig

Das gleiche gilt für die Endung “-isch”. Beispiel: kindisch, kin-disch
Im Gegensatz dazu bildet die Endung “-lich” jedoch eine eigene Silbe.

Beispiel 1: herbstlich, herbst-lich
Beispiel 2: friedlich, fried-lich

Aufpassen bei temporalen Adjektiven

Temporale Adjektive haben eine besondere Schwierigkeit: Häufig können sowohl Adjektive mit der Endung “-ig”, wie auch mit der Endung “-lich” gebildet werden.

Beispiel 1: jährig, jährlich (Nomen: Jahr)
Beispiel 2: stündig, stündlich (Nomen: Stunde)
Beispiel 3: tägig, täglich (Nomen: Tag)

Beide Adjektive sind richtig und stammen von dem gleichen Nomen, doch ihre Verwendung ist keinesfalls identisch. Adjektive mit der Endung “-ig” beschreiben grundsätzlich eine Dauer. Adjektive mit der Endung “-lich” beschreiben Wiederholungen oder Regelmäßigkeiten.

Beispiel 1: Ein (mehr-) tägiges Ereignis = ein Ereignis, das über mehrere Tage geht
Beispiel 2: Eine stündliche Erinnerung = eine Erinnerung, die regelmäßig jede Stunde auftaucht
Beispiel 3: Ein jährliches Fest = ein Fest, das jedes Jahr wiederholt wird
Beispiel 4: Ein 3-tägiges Seminar = ein Seminar, das 3 Tage lang stattfindet

In der Regel bedeutet dies, dass sobald eine Zahl vorangestellt wird, das Adjektiv mit der Endung “-ig” folgt (vgl. Beispiel 4).

Wer diese Hinweise im Kopf behält, kann mit der Verwendung von Adjektiven auf die Endung “-ig” nichts mehr falsch machen!

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