Das „zu“ im Deutschen – Der Infinitiv mit/ohne zu

Das „zu“ im Deutschen – Der Infinitiv mit/ohne zu

Das „zu“ im Deutschen – Der Infinitiv mit/ohne zu. Erklärung, Definition, Grammatik und Beispiele. Deutsch kostenlos lernen. Zu als Präposition, als Zustand. Zu mit Absicht und „zu“ + Dativ

Das „zu“ im Deutschen – Grammatik, Beispiele wie zum Beispiel „zu Hause zum Essen“

Wer Deutsch lernt, erkennt bald, dass ein Wort viele Bedeutungen haben kann. Was ist der Unterschied zwischen „zu Hause“ und „zum Kochen“? Warum sagt man „ich bitte dich, die Tür zu schließen“, aber auch „die Tür ist zu“. Die Antworten auf alle diese Fragen sowie Tipps und Tricks zum „zu“ gibt es hier.

Zu Hause kann man kochen und Anna geht zu Hans

Nach der Arbeit gehe ich nach Hause. Ich freue mich darüber, denn zu Hause habe ich Zeit zum Kochen. Der Ausdruck „nach Hause“ bedeutet, dass ich auf dem Weg bin, aber noch nicht in meiner Wohnung oder in meinem Haus. Sie wohnen z.B. in Pasing. Es ist 12.00 Uhr und Ihr Deutschkurs in der Heßstraße 90 ist beendet. Sie haben Hunger, also fahren Sie nach Hause (=Pasing). Denn zu Hause kann man kochen. 12.40 Uhr: Sie sind in Pasing in Ihrer Straße. Sie öffnen die Haustür und gehen ins Haus. Sie sind jetzt zu Hause (zuhause – heutzutage kann man „zu Hause“ und „zuhause“ schreiben, beides ist korrekt).

Das "zu" im Deutschen - Der Infinitiv mit/ohne zu

Genauso können Sie auch zu einer Freundin gehen. Sie gehen zu Anna. Anna geht zu Hans. Hans geht zu seiner Mutter. Wenn Sie nur einen Namen oder ein Possessivpronomen verwenden, können Sie unverändert „zu“ benutzen.

Anna geht zum Supermarkt (zu + Dativ: zum und zur)

Sie wollen kochen, aber Sie haben kein Gemüse. Anna hat auch kein Gemüse. Daher geht Anna zum Supermarkt. Wenn Sie ein Substantiv (=Nomen) verwenden, brauchen Sie einen Artikel (der, die, das). Die Präposition „zu“ verlangt immer den Dativ.

Deswegen: zu + Dativ à zu + der Supermarkt (Dativ) = zu + dem Supermarkt = zum Supermarkt.

Im Dativ werden der maskuline Artikel „der“ und das Neutrum „das“ zu „dem“:

Maskulinum: der à Dativ = dem; zu + dem = zum (das spricht sich leichter).

Neutrum: das à Dativ = dem; zu + dem = zum

Der feminine Artikel „die“ wird im Dativ „der“:

Femininum: die à Dativ = der; zu + der = zur.

Das gilt für alle Substantive mit Artikel: Zum Hotel, zum Büro, zum Theater, zur Schule, zur U-Bahn.

Zurück zu Hause: Zeit zum Kochen

Zurück zu Hause haben Sie jetzt Lebensmittel und Zeit, etwas zu kochen. Statt das Verb „kochen“ als Verb zu benutzen, kann man es großschreiben, den Artikel „das“ hinzufügen und hat ein Nomen. Dann ist der Satz kürzer und prägnanter. Wir erinnern uns, die Präposition „zu“ verlangt immer den Dativ. Warum? Weil sich das so entwickelt hat. Manche Regeln muss man leider einfach lernen.

„Zu“ + „das Kochen“ = Zu + „das Kochen + Dativ“ = Zu + dem Kochen = Zum Kochen.

Das gilt auch für andere Wendungen: Zeit zum Shoppen, ich brauche den Stift zum Schreiben, der PC zum Arbeiten.

Kochen, um gesund zu essen – arbeiten, um Geld zu verdienen

Die Formulierung „um…zu“ ist dem „zum“ sehr ähnlich. Man drückt damit eine Absicht aus, einen Zweck. Sie kochen, um gesund zu essen. Anna arbeitet, um Geld zu verdienen.

Was tut man, wenn man unsicher ist?  Probieren Sie das Wort „damit“. Anna arbeitet, damit sie Geld verdient. Sie kochen, damit Sie gesund essen. Oder: Sie möchten gesund essen. Deswegen kochen Sie. Ihre Absicht ist z.B. gesunde Ernährung. Anna möchte Geld verdienen. Deswegen arbeitet sie.

Damit = um…zu. Anders als ein „damit“ steht bei einem „um…zu“ ein Infinitiv. Anna arbeitet, um Geld zu verdienen (=Infinitiv). „Damit“ steht mit Prädikat (=konjugiertes Verb; verdient, kocht).

Die Tür ist zu – „zu“ als Zustand

Zum Abschluss fehlt noch ein „zu“, das nicht als Absicht, Zweck oder Richtung fungiert. Das „zu“ im Sinne von „geschlossen“. Die Tür ist zu = die Tür ist geschlossen. Es erklärt einen Zustand. Wie ist der Zustand der Tür? Offen oder zu?

Andere Beispiele: der Schrank ist zu, der Supermarkt ist zu, die Sprachschule ist sonntags zu.

Die schönere Variante ist „geschlossen“, aber „zu“ ist auch in Ordnung. Es bedeutet in diesem Fall das Gleiche.

Fassen wir zusammen:

  • Zu Hause/zuhause = nicht mehr auf dem Weg, sondern angekommen.
  • Zu als Präposition mit Namen, Possessivpronomen: zu Anna, zu meiner Mutter
  • Zu als Präposition mit Artikel:
    1. Dativ! Maskulinum/ Neutrumà zu + dem = zum Supermarkt, zum Hotel
    2. Dativ! Femininum à zu + der = zur Schule, zur Arbeit
  • Zu mit Absicht – „Um…zu“ statt „damit“: Anna arbeitet, um Geld zu verdienen. Infinitiv!
  • Zu als Zustand, zu = geschlossen: die Tür ist zu. Und der Beitrag ist jetzt zu Ende.

Weitere Beiträge zu Grammatik, Infos zu unserer Sprachschule und interessante Themen finden Sie hier

Sprachschule Aktiv München hat 4,86 von 5 Sternen | 393 Bewertungen auf ProvenExpert.com