Neben dem Studium in Deutschland arbeiten

Neben dem Studium in Deutschland arbeiten – geht das?

Wer in Deutschland studiert, hat oft das Problem, dass am Ende des Geldes noch viel Monat übrig bleibt. Selbst Bafög oder eine andere Finanzierungshilfe decken gerade in großen Städten die laufenden Kosten wie Miete, Lebensmittel, Versicherung, etc. nicht ab. Viele Studenten möchten sich deshalb neben dem Studium gern etwas Geld dazu verdienen, aber neben dem Studium arbeiten? Geht das überhaupt?

Ja, wenn man einige Regeln beachtet, die Mini-Jobs, Nebenjobs oder Teilzeitarbeit betreffen.

Mini-Job, Nebenjob, Teilzeitarbeit – was ist was

In Deutschland wird zwischen Mini-Job, Nebenjob und Teilzeitarbeit unterschieden. Damit sind verschiedene Regelungen, was Arbeitszeit und Verdienst betrifft, verbunden. Gerade wer Bafög oder eine andere Finanzierungshilfe erhält, sollte sich vorher gut informieren, damit die finanzielle Unterstützung nicht gekürzt wird und man am Ende weniger zur Verfügung hat als vorher.

Mini-Job

Als Mini-Job versteht man eine geringfügige Beschäftigung, bei der man maximal 450,- Euro im Monat verdienen kann. Alles, was man an Geld vom Arbeitgeber bekommt, wie z. B. Sonderzahlungen, ein Bonus, usw., muss in diese 450,- Euro pro Monat bzw. 5.400.- Euro pro Jahr eingerechnet werden. Auch mehrere Mini-Jobs gleichzeitig erhöhen die erlaubte Obergrenze von 450,- Euro nicht.

Der Vorteil eines Mini-Jobs ist die relativ geringe Stundenzahl, die im Monat dafür aufgewendet werden muss. Studium und Arbeit lassen sich so gut miteinander vereinbaren. Zusätzlich lassen sich so erste Erfahrungen in der Arbeitswelt sammeln, auch wenn man nicht in seiner gewählten Fachrichtung arbeitet.

Nebenjob

Ein Nebenjob ist ein Job, der neben dem Hauptjob ausgeübt wird, also wenn zum Beispiel ein Ingenieur abends oder am Wochenende zusätzlich als Kellner arbeitet. Auch eine selbständige Beschäftigung wie beispielsweise Fingernagelstylist gilt als Nebenjob.  Oft werden geringfügige Beschäftigungen auf 450,- Euro-Basis als „Nebenjob“ bezeichnet. Man sollte also genau hinsehen, was wirklich gemeint ist.

Für Studenten kommt ein Nebenjob eher nicht in Frage, weil dadurch oft die erlaubte Zuverdienstgrenze überschritten oder mehr Zeit in die Arbeit als ins Studium inverstiert wird, was beides zu Kürzungen der Finanzierungshilfe führen kann. Zusätzlich kann es die Aufenthaltsberechtigung beeinträchtigen.

Teilzeitarbeit

Teilzeitarbeit bedeutet, dass man bei einer festen Arbeitsstelle verkürzt arbeitet, also zum Beispiel nur 15 oder 20 Stunden pro Woche. Das kann je nach Job und Arbeitgeber stark variieren. Auch hier sollte man die Zuverdienstgrenze im Auge behalten, wenn man eine Finanzierungshilfe erhält.

Wie hoch sind die Zuverdienstgrenzen?

Die erlaubten Obergrenzen können je nach Finanzierungshilfe unterschiedlich ausfallen. Die Studenten, die Bafög erhalten dürfen pro Jahr 5.400,- Euro hinzuverdienen. Um eine Weiterzahlung des Bafögs zu erhalten, müssen aber Leistungsnachweise vorgelegt und die Regelstudienzeit eingehalten werden.

Nicht nur das Einkommen, auch die Arbeitszeit unterliegt einer Regelung, die je nach finanzieller Unterstützung variieren kann. Oft sind 90 ganze oder 180 halbe Arbeitstage pro Jahr erlaubt. Und eine wöchentliche Arbeitszeit von 20 Stunden während der Vorlesungszeit. Man kann mit den Zahlen ein bisschen jonglieren, aber die Gesamtsumme sollte nicht überschritten werden.

Beachten muss man auch die Arbeitszeit, wenn man ein Praktikum absolviert: Bei einem vom Studium geforderten Praktikum muss man die Arbeitszeit nicht zu der Jahresarbeitszeit hinzurechnen, bei einem freiwilligen hingegen schon.

Vorher informieren lohnt sich

Wer auf der Suche nach einer zusätzlichen Verdienstmöglichkeit ist, sollte sich also vorher genau informieren, was im Rahmen seiner Finanzierunghilfe machbar ist und was nicht. Sonst kann es passieren, dass man nachher mit weniger Geld dasteht als vorher.

Um sich in dem Dschungel an Vorschriften und Regeln zurechtzufinden, kann man auch die Beratungsstellen an den Universitäten und Hochschulen in Anspruch nehmen. An manchen Hochschulen gibt es auch Informationsstellen, über die man Studentenjobs finden kann. Unter diesen Internetadressen können Sie sich informieren oder Jobs suchen: jobboerse-direkt.de, https://www.sprachschule-aktiv-muenchen.de/sprachlehrer-stellenangebote-jobs/

Weitere Sprachkurse und Blogs:

Sprachschule Aktiv München hat 4,80 von 5 Sternen | 379 Bewertungen auf ProvenExpert.com