Lustige deutsche Redensarten

Lustige deutsche Redensarten

Jeder, der eine neue Sprache lernt, weiß, dass Sprichwörter und Redensarten zu den schwierigsten Dingen gehören. Sie sind nicht immer leicht zu verstehen und noch schwieriger korrekt anzuwenden. Deshalb haben wir hier ein paar lustige deutsche Redensarten ausgesucht. Wir erklären, was sie bedeuten und wie sie entstanden sind. Viel Spaß beim Lesen und Anwenden!

Da wird der Hund in der Pfanne verrückt!

Wenn man das sagt, zeigt man an, dass man über etwas sehr erstaunt und überrascht ist.

Die Redensart geht angeblich auf Till Eulenspiegel zurück. Till Eulenspiegel ist eine Figur aus deutschen und niederländischen Legenden, die im Mittelalter tatsächlich gelebt haben soll. Er hat die Leute zum Narren gehalten, indem er zum Beispiel eine Redensart wörtlich genommen und sie umgesetzt hat.

Dieser Till Eulenspiegel hat also bei einem Bierbrauer gearbeitet, der einen Hund namens „Hopf“ besaß. Als der Bierbrauer zu Till sagte, er solle den Hopfen (eine Pflanze, die man zum Bierbrauen benötigt) in der Pfanne sieden, hat Till statt der Pflanze den Hund genommen.

Ich glaub‘, mein Schwein pfeift!

Diese Redensart benutzt man, um zu zeigen, dass man überrascht ist. Aber nicht im positiven Sinn, sondern man ärgert sich ein bisschen darüber.

Geprägt wurde dieser Ausspruch in den 1970er und 1980er Jahren von einer jungen politischen Bewegung, die damit auf unmögliche Situationen in Deutschland hinweisen wollte.

Übrigens: Schweine können gar nicht pfeifen.

Einen Frosch im Hals haben!

Wenn man „einen Frosch im Hals hat“, hat man entweder einen trockenen Hals oder Angst davor, etwas auszusprechen.

Entstanden ist diese Redensart durch ein Wortspiel. Wenn man eine Geschwulst im Rachen hat, die das Schlucken und Sprechen erschwert, lautet der medizinische Begriff dafür „ranula“. Frosch klingt auf Latein so ähnlich, nämlich „rana“. So wurde die Geschwulst zum Frosch!

Es sieht aus wie Kraut und Rüben!

„Hier sieht es aus wie Kraut und Rüben“, wird oft benutzt um auszudrücken, dass es irgendwo sehr unordentlich und chaotisch ist.

Diese Redewendung findet sich das erste Mal im 17. Jahrhundert. Damals wurden Kraut und Rüben oft zusammen auf einem Feld angebaut, während alle anderen Feldfrüchte in eigenen Bereichen angepflanzt wurden.

Etwas ist nigelnagelneu!

Wenn etwas nigelnagelneu ist, ist es ganz neu und unbenutzt.

Der Ausdruck gab früher zu verstehen, dass etwas frisch zusammengenagelt war. Der Begriff „nigelnagelneu“ ist regional auf Süddeutschland, Österreich und die Schweiz beschränkt.

Einen Eiertanz aufführen!

Mit dieser Redewendung möchte man ausdrücken, dass man entweder bei einer Aufgabe sehr vorsichtig agieren muss. Oder man findet, dass eine andere Person zu umständlich ist.

Der deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe ist der Urheber dieses Ausspruchs. Er sah einem Mädchen zu, das Eier als Muster auf einen Teppich legte und mit verbundenen Augen um sie herum tanzte. Das Mädchen berührte dabei kein einziges Ei. Goethe beschrieb dieses Erlebnis und viele Leute lasen es. Daraus entwickelte sich dieser Ausspruch.

Das schlägt dem Fass den Boden aus!

Mit dieser Redensart zeigt man, dass man sehr empört über etwas ist.

Entstanden ist diese Redewendung in Bayern. Dort existiert ein „Reinheitsgebot“, also eine Vorschrift, die besagt, was im Bier enthalten sein darf. Wenn früher festgestellt wurde, dass ein Fass Bier nicht „rein“ war, hat man diesem Fass den Boden herausgeschlagen. Das ganze Bier floss heraus und konnte somit nicht mehr getrunken werden. Die Braumeister waren darüber nicht erfreut.

Das macht den Kohl auch nicht fett!

Wird das gesagt, gibt man damit zu verstehen, dass es auf diese Kleinigkeit auch schon nicht mehr ankommt. Man hat eine Sache bereits verloren gegeben.

Kohl war früher ein Essen für die einfachen Leute. Da diese arm waren, hatten sie kein Fleisch oder Speck als weitere Zutat, um den Kohl schmackhafter und sättigender zu machen. Da nutzte es auch nichts wenn man zum Beispiel Salz hinzufügte. Der Kohl schmeckte trotzdem nicht „fett“.

Da lachen ja die Hühner!

„Da lachen ja die Hühner“, sagt man, wenn man ausdrücken möchte, dass etwas sehr lächerlich oder unsinnig ist.

Diese Redewendung geht von der Annahme aus, dass Hühner unintelligente Tiere seien und deshalb erst lachen, wenn es sehr auffällig lächerlich oder dumm ist.

Tomaten auf den Augen haben!

Wenn jemand „Tomaten auf den Augen hat“, dann sieht er nichts und bemerkt nicht, was um ihn herum passiert.

Diese Redensart ist wohl entstanden, weil das Weiße im Auge oft rot wie eine Tomate ist, wenn man noch müde ist. Und wenn man müde ist, bemerkt man vieles um sich herum nicht.

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