Adjektive – leicht und verständlich Teil 2

Adjektive – leicht und verständlich Teil 2

Das Adjektiv im Deutschen richtig zu bilden, stellt für viele Deutschlerner eine Herausforderung dar. Zunächst ist zu überlegen, ob nun eine Endung benutzt werden muss oder nicht (siehe Adjektive – Teil 1). Ist die Wahl zugunsten der Endung ausgegangen, steht schon die nächste Entscheidung an: In welcher der drei Adjektivdeklinationen  findet man die in diesem konkreten Fall richtige?

Dabei ist es eigentlich ganz leicht, wenn man ein paar Dinge beachtet. Welche das sind, will euch der Text verständlich erklären.

Welche drei Adjektivdeklinationen gibt es?

In den Grammatikbüchern unterscheiden die Autoren immer drei verschiedene Deklinationsschemata. Sinnigerweise tragen sie die Namen Adjektivdeklination Typ 1, Typ 2 und Typ 3.

Was sind die Unterschiede?

Steht ein Adjektiv vor einem Nomen, muss es in Kasus (also Nominativ, Genitiv, Dativ oder Akkusativ), Genus (also maskulin, feminin oder neutral) und Numerus (also Singular oder Plural) angepasst werden.

Allgemein gilt: Erhält man vom Artikel oder Artikelwort eines Nomens keine ausreichenden Informationen über den Kasus des Nomens, muss dieser an der Endung des Adjektivs abgelesen werden können. Diese Informationen benötigt man, um zu wissen, ob das Nomen ein Subjekt oder ein Objekt ist und um damit die Satzaussage zu verstehen.

Die drei verschiedenen Adjektivdeklinationen unterscheiden sich also darin, ob es einen Artikel gibt oder nicht. Eine weitere Aufteilung findet unter den Deklinationen  mit Artikel statt, hier wird unterschieden, ob der Artikel ein eindeutiges Kasussignal sendet oder nicht.

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Adjektivdeklination Typ 2

Die Adjektivdeklination Typ 1gibt die Formen an, die nach einem bestimmten Artikel folgen. Diese Deklination ist für Lerner die am einfachsten zu lernende, weil der Artikel immer alle benötigten Informationen liefert. Sie haben wir euch in „Adjektive – leicht und verständlich Teil 1“ erklärt.

Die Adjektivdeklination Typ 2 stellt nun das genaue Gegenteil zu Typ 1dar! Denn hier hat das Nomen weder einen Artikel noch ein Artikelwort, was bedeutet, dass die Endung des Adjektivs bei diesem Deklinationstyp alle Informationen enthält.

Formen:

  maskulin feminin neutral Plural
Nom blauer Mantel blaue Tasche blaues Auto blaue Schuhe
Akk blauen Mantel blaue Tasche blaues Auto blaue Schuhe
Dat blauem Mantel blauer Tasche blauem Auto blauen Schuhen
Gen blauen Mantels blauer Tasche blauen Autos blauer Schuhe

Wie man an den Formen sieht ist, entspricht die Endung des Adjektivs immer der Endung des bestimmten Artikels im jeweiligen Kasus, Genus und Numerus. Daher ist es ganz leicht, sich die jeweilige Adjektivendung zu merken: die Artikelendung hat sich einfach auf das Adjektiv „verschoben“.

Ausnahmen sind aber der Genitiv maskulin und neutral! Statt der zu erwartenden s-Endung, schließlich lautet der Artikel „des“, findet man eine n-Endung. Dies ist dadurch zu erklären, dass das maskuline und neutrale Nomen durch seine s-Endung bereits den Kasus anzeigt und man deshalb vom Adjektiv keine Information darüber benötigt.

Diesen Deklinationstyp 2 verwendet man übrigens auch nach Kardinalzahlen.

Beispiele:

Markus kauft drei rote Tomaten.

Eva liest fünf spannende Bücher in einer Woche.

Julia fährt mit zwei verschiedenen U-Bahnen.

Fazit

Die Adjektivdeklination Typ 2 verfügt über keinen Artikel und kein Artikelwort, deshalb übernimmt diese Funktion immer das Adjektiv. Dabei ist seine Endung mit der des bestimmten Artikels identisch. Ausnahmen bilden der Genitiv maskulin und der Genitiv neutral. Auch nach einer Kardinalzahl verwendet man diese Adjektivdeklination.

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